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Erfahren Sie mehr über die Sehenswürdigkeiten von Sopron!

panorama_gyerek_anyaDie kurvigen Gassen der Innenstadt, die stimmungsvollen Plätze, Häuser, Bogentore, handwerkliche Balkonen, Denkmäler, öffentliche Gebäude und die Reste der Stadtmauer bilden eine einzigartige künstliche Einheit. Sopron ist „die urbanste ungarische Stadt“.
Wenn man durch die innenstädtischen Gassen bummelt, hat man das Gefühl im Mittelalter zu sein. Hier finden wir – nach Buda (Ofen) – die meisten Denkmäler, Museen. Die hier durchziehenden Eroberer, die immer größer werdenden Stämme ließen hier ihre Spuren hinter.

Dreifaltigkeitssäule

Der Edelstein des Hauptplatzes ist eines der schönsten barocken Kunstwerke Ungarns, die Dreifaltigkeits- oder Pestsäule, an der zum ersten Male eine spiralförmige Steinstruktur aus sog. in Felsőrákos abgebautem Leitha-Kalkstein geformt wurde. Zwischen 1695-1701 wurde es von Lőwenburg Jakab errichtet, um seine Frau, Késmárki Thököly Katalin von der Pest zu retten. Die Pest konnte so nicht überwältigt werden, 1702 als die Säule enthüllt wurde, lebte seine Frau nicht mehr.

Feuerturm

P0349Der Feuerturm ist das Symbol der Treue. An der Volksabstimmung am 14. Dezember 1921 haben sich Sopron und noch weitere 8 Gemeinden über die Zugehörigkeit zu Ungarn entschieden. Als Erinnerung an dieses Ereignis wurde ein barocker Torrahmen nach den Plänen von Hikisch Rezső errichtet, oben ist eine Statuengruppe „Bürger von Sopron huldigen Hungaria“, ein Kunstwerk von Kisfaludy Strobl Zsigmond. Die Besucher können das wunderbare Panorama der Denkmalstadt vom Balkon, von der ehemaligen Wache der Turmwächter genießen.

Stornohaus

Eines der schönsten Gebäude in Sopron und gleich die Zierde des Hauptplatzes ist das palastähnliche, barocke Eckhaus. Im XV. Jahrhundert besaß die Haberleiter Familie das Haus, bei der sogar König Matthias im Winter von 1482-83 auch zu Gast war, während er Wien belagerte. Das Haus gelangte im XVIII. Jahrhundert in den Besitz der Familie Festetics, zu dieser Zeit bekam es die endgültige Form. Die Familie Storno kaufte das Haus 1872, in dem Liszt Ferenc 1840 und 1881 ein Konzert gab. Eigenart des zweistöckigen Hauses besteht darin, dass es einen reich verzierten, runden, geschlossenen Eckbalkon und ein Tor hat, das von einem auf toskanischen Pfeilern stützenden und mit dem Wappen der Familie Festetics verzierten Korbbogen umrahmt wird. Es hat noch einen wunderschönen Pelikan-Türklopfer. In diesem Haus wurde im XV. Jahrhundert die erste Apotheke Soprons, der Schwarze Elefant, eingerichtet.

Ziegenkirche und Kapitelsaal (Benediktinerkirche)

P5148Die in Sopron lebenden Klosterbrüder des Franziskanerordnens haben ihr Kloster zuerst im Stadtzentrum errichtet, dann ihre Kirche als bedeutendstes Bauwerk der gotischen Architektur Ungarns gegen 1280. Unter den Wänden wurden Königinnen und ein König gekrönt und Landesversammlungen abgehalten. Der ebenmäßige, klar gegliederte Turm ist ein wichtiges Element des einzigartigen Hauptplatzes. Den Meisterstücken der Künstler der Wandmalerie, den Bogenspitzfenstern und dem besonderen Kapistran-Predigtstuhl wird ein großer Wert verliehen. Das Tor des Klosters im Zopfstil am südlichen Teil der Kirche führt zum Kapitelsaal, der als Gebetsstätte diente, später wurde er Grabkapelle schließlich eine Lorettokapelle.

Fabrizius-Haus

Eine Einzigartigkeit des Gebäudes ist, dass Reste eines Bades aus der Römerzeit unter dem Haus gefunden wurden. Die gotische Halle, die im XVII. Jahrhundert gebaute Hofloggia und der gotische und Barockkeller sind bemerkenswert. Die Besitzer des Gebäudes waren immer reiche, angesehene Bürger, Kaufmänner. Den Namen erhielt es vom Fabricius Endre, Stadtrichter, Bürgermeister, der 1806 das Haus gekauft hat. Im Keller sind Steindenkmäler von Scarbancia, Sopron und von seiner Gegend aus der Römerzeit zu finden, wie Grabsteine, Altarsteine, Statuen, Steinurnen, Sarkophage. Die imposante Halle des mittelalterlichen Kellers gewährt einen Raum mit einer Höhe von mehreren Metern für Skulpturen der kapitolnischen Götter. In zwei Stöcken im hinteren Trakt des Gebäudes wurde eine Ausstellung „Dreitausend Jahre entlang der Bernsteinstraße“ eingerichtet. Im ersten und zweiten Stock des Fassadentraktes kann man die Änderungen der bürgerlichen Wohnkultur im XVII. und XVIII Jahrhundert – durch Vorstellung zeitgenössischer Gegenstände und Möbel – verfolgen. Es ist zu beobachten, wie die anspruchsvolle Wohnkultur an Stelle der früheren puritanischen Möbelstücke getreten ist.

Apotheklenmuseum

Mit diesem Haus sind die ersten Denkmalschutz-Maßnahmen in Ungarn verbunden. Zur Zeit des Königs Ludwig des Zweiten versuchte der Stadtrat das Gebäude abzureißen, um mehr Raum zu bekommen. Der König hat jedoch nicht freigegeben, die harmonische Schönheit des Platzes zu teilen. Im Gebäude wurde ab Mitte des XVII. Jahrhunderts die Engelapotheke eröffnet, ab diesem Zeitpunkt fungierte es als Wohnort von Apotheker- und Arztfamilien. Die Ausstellung stellt einen Raum für Medikamentausgabe vor, in dem Arbeitstische, Schränke und wunderschöne Gefäße vom Anfang des XIX. Jahrhunderts stammen. Besonders schön sind die Altwiener Porzelangefäße mit Engelsköpfen und die Glasfläschchen mit Alchimistenzeichen. Als Kuriosum gilt die Urkunde einer Hebamme, die von Semmelweis Ignác unterschrieben wurde. Neben den alten Geräten der Arzneimittelherstellung wurden die Gegenstände der Volksheilkunde, der Quacksalberei und des Aberglaubens ausgestellt.

Scarbantia Foruma

Scarbantia, heute Sopron war eine Grenzübergangsstation in der Provinz Pannonien des damaligen Römischen Reiches. Seine besondere Rolle verdankte es seiner Lage entlag der Bersteinstraße, einer wichtigen Handelsroute. Der Stadtkern, die heutige Innenstadt war im Mittelalter von Stadtmauer und Stadtgraben umgeben, dieses Festungssystem hatte eine große Wirkung auf die Gestaltung der Straßenstruktur. Das Zentrum des römischen Oppidum war das Forum, dessen wichtigstes Gebäude – das Capitolium – 1893 bei der Errichtung des Rathauses gefunden wurde. Um die Gladiatorenspiele veranstalten zu können, wurden weite Säulenabstände gewählt. In den Säulenhallen wurden Geldwechselstuben untergebracht, im Obergestock wurden Erker errichtet. Scarbantia fungierte als eine echt römische Stadt. Der italienische Reisende fand alles so vor, an dem er von zu Hause gewohnt war: rege Märkte, Göttersakristeien, bequeme Bäder und natürlich Gladiatorenspiele.

Alte-Synagoge

Der Zeitpunkt der Ansiedlung der Juden in Sopron ist unbekannt, es ist jedoch sicher, dass 10-16 Familien im XIII. Jahrhundert in der Új (Neu) Straße lebten. Die sich mit Handel und Finanzen beschäftigten Juden waren nicht ganz reich, aber im XIV. Jahrhundert wurde eine der einzigartigsten Synagogen im gotischen Stil in ganz Mittel-Europa von ihnen errichtet. Der Eingang der Synagoge ist durch einen Flur mit dem Hauptraum verbunden, dessen Haupteingang mit Spitzbogen und Tympanon aus dem Jahr 1300, der Bauzeit der Synagoge stammt. Die Synagoge hat zwei Zentren, die Aronkabine und die Kanzel. Auf die Aronkabine wurde ein reich geschmückter Steinrahmen und ein Tympanon eingesetzt, in dem mit Naturfarben gemalte Motive von Trauben und Blättern dargestellt sind. Nur der Unterbau der sechseckigen Kanzel ist erhalten geblieben, aber Stellung, ihre Treppen, das hohe Geländer, das nach Osten gerichtete Lesepult wurden nach originalen Vorlagen gefertigt. Frauen hatten einen eigenen Gebetsraum mit eigenem Ausgang. Ihnen war es gestattet, die Ereignisse im großen Raum nur durch eine schmale Fensterschlitze zu verfolgen. Ein interessanter Teil des Museums ist das rituelle Bad. Der jüdische Glaube macht seit Urzeiten einen Unterschied zwischen reinen und unreinen Dingen, deshalb erlangte das Bad immer eine hervorgehobene Rolle. Die Gebote von Moses schreiben ein Untertauchen in fließendem Wasser vor, das war hier nur mit dem natürlichen Wasser des Brunnens möglich. 1526 wurden die Juden aus Sopron vertrieben, so war auch die Synagoge der Zerstörung ausgesetzt. Sie wurde später zu Wohnhäusern umgebaut. Dieses besonders schöne Gebäude erhielt wieder seinen alten Glanz während der Forschungsarbeiten 1967.